„Besiege
das Böse durch das Gute“
Popieluszko
wurde in dem polnischen Dorf Okopy bei Suchowola geboren. Seine
Eltern waren Bauern. Am 28. Mai 1972 wird er von Kardinal Stefan
Wyszynski zum Priester geweiht. Ab diesem Zeitpunkt arbeitet er
in Warschauer Pfarren mit Kindern und Jugendlichen, dann wird er
Seelsorger bei medizinischen Einrichtungen, außerdem engagiert
er sich bei der Gründung von Arbeitergemeinden.Im
Sommer 1980 hält er die erste Messe für streikende Schweißer
auf dem Gelände ihrer Fabrik. P. Jerzy organisiert eine eigene
„Schule“ für Arbeiter – einen Vorlesungszyklus
über verschiedenste Themenbereiche, die von Fachleuten gehalten
werden.
Als
in Polen das Militär an die Macht kommt (13. Dezember 1981),
widmet sich P. Popieluszko charitativen Tätigkeiten, unterstützt
die von der kommunistischen Regierung verfolgten Menschen. Ein Dorn
im Auge der Regierung sind seine religiös-patriotischen Predigten,
die er bei Messen für sein Vaterland seit 1982 hält. Er
macht auf soziale Ungerechtigkeit aufmerksam und wird zum „Gewissen
des Volkes“. Für das von sozialer Unsicherheit geprägte
Polen sieht er Rettung in den Worten des Hl. Paulus: „Besiege
das Böse durch das Gute.“ Die kommunistischen Machthaber
versuchen den unbequemen Priester einzuschüchtern. Einbrüche,
Beschattungen, Zerstörung von privatem Eigentum, Bombenlegung,
ein falscher Prozess, zahlreiche Festnahmen, und schließlich
Autounfälle – ein ganzes Arsenal an Mitteln, die P. Popieluszko
zum Rückzug aus dem sozialen Leben zwingen sollten.
In der Nacht des 19. Oktober 1984, auf dem Rückweg von Bydgoszcz,
wird das Auto mit P. Jerzy von Sicherheitskräften angehalten.
Nach Fluchtversuchen aus dem Kofferraum wird er mehrfach zusammengeschlagen
und schließlich zum Staudamm bei Wloclawek gebracht, wo man
ihn ertränkt. Am Begräbnis von P. Jerzy Popieluszko nahmen
Tausende von Menschen teil, überzeugt, dass sie „Zeugen
des Opfers eines Priesters sind, der für die Wahrheit sein
Leben gelassen hat.“
Am
8. Februar 1997 begann der Seligsprechungsprozess des Dieners Gottes
P. Jerzy Popieluszko, „dessen Tod unsere Augen öffnet;
die Augen unseres Herzens, unseres Verstandes, unseres Glaubens.“
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