„Das
ist das Ende. Für mich ist es der Anfang eines neuen Lebens.“
Dietrich
Bonhoeffer wurde in Breslau als das sechste Kind von Karl und Paula
Bonhoeffer geboren. 1923 beginnt er sein Theologiestudium in Tübingen.
Nach seinem Abschluss arbeitet er zunächst als Vikar in Barcelona,
dann als Assistent des Instituts für Theologie an der Universität
Berlin. Nach seiner Habilitation fährt er nach New York, um
sich am Union Theological Seminary weiterzubilden. Dort lernt er
das Gedankengut des Pazifismus kennen, begegnet einer Kirche, die
sich für soziale und politische Angelegenheiten engagiert,
einer Kirche, die sich für die Armen einsetzt (Zeit der Weltwirtschaftskrise).
Jene
Erfahrungen prägen Bonhoeffers Bild von der Kirche, die auf
sozialer und politischer Ebene tätig sein soll. Nach seiner
Rückkehr in die Heimat nimmt er als protestantischer Pastor
die Arbeit mit Jugendlichen und Studenten auf. 1933 spricht er sich
deutlich gegen Hitlers Diktatur aus. Noch vor den Wahlen zum Reichstag
warnt er: „Ein Sieg von Hitlers Partei wird unvorhersehbare
Folgen haben, nicht nur für die Entwicklung des deutschen Volkes,
sondern auch für die Entwicklung der ganzen Welt.“ Als
einer der ersten in der Kirche protestiert er gegen die Diskriminierung
der Juden, er appelliert an die Kirche um eine eindeutige Aussage
gegen den Faschismus. Er tritt der entstehenden Bekennerkirche bei,
die eine Alternative zur deutschen Volkskirche bildet.
Die
Regierung sieht Bonhoeffer als Staatsfeind und Pazifisten an und
lässt das Seminar in Finkenwalde schließen, das Bonhoeffer
kurze Zeit leitet. Im Untergrund sucht Bonhoeffer nach Verbündeten
zum Sturz von Hitlers Diktatur. Mit Wilhelm Canaris knüpft
er Kontakte zum Wehrmachtbüro im Ausland. Dietrich Bonhoeffer
steht vor einem moralischen Dilemma: Ist ein Anschlag auf Hitler,
den er einen Antichristen nennt, eine Überschreitung des Gebotes
„Du sollst nicht töten.“?
Er
führt seinen Plan nicht aus, am 5. April 1943 wird er unter
dem Vorwand, seine Stellung für politische Zwecke auszunutzen,
inhaftiert und ins Gefängnis Berlin-Tegel gebracht. Dort zeigt
er sich als einfühlsamer Mitgefangener, der seine Berufung
in den einfachsten Diensten erfüllt. Nach einem misslungenen
Attentat auf Hitler wird Bonhoeffer als Mitwissender zum Tode verurteilt.
Er wird ins KZ Buchenwald gebracht, dann nach Flossenburg überführt
und am 8. April 1945 erhängt. Vor seinem Tod soll er gesagt
haben: „Das ist das Ende. Für mich ist es der Anfang
eines neuen Lebens.“
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